In unserem Seniorenhaus Lindenhof leben Menschen mit sehr unterschiedlichen Biografien, Erkrankungen – und Behinderungen. Um gezielt auf die individuellen Bedürfnisse, Erfahrungen und körperlich sowie geistigen Fähigkeiten unserer Bewohner einzugehen, arbeiten wir auf Grundlage des Pflegemodells von Monika Krohwinkel.

Professor Dr. rer. cur. Monika Krohwinkel (* 1941 in Hamburg), emeritierte Professorin für Pflegewissenschaft im Fachbereich Pflege - und Gesundheitswissenschaften an Fachhochschule Darmstadt, ist Begründerin des Modells der Aktivitäten und existentiellen Erfahrungen des Lebens (AEDL). 1984 veröffentlichte sie erstmals ihr konzeptionelles Modell der aktivierenden und der existenziellen Erfahrungen des Lebens. Das Modell wurde in einer 1991 abgeschlossenen Studie erprobt und weiterentwickelt. Diese Studie war die erste von einer Pflegenden durchgeführte wissenschaftliche Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit in Deutschland.
Beim Ihrem Modell der aktivierenden und existenziellen Erfahrungen des Lebens (AEDL) handelt es sich um ein Bedürfnismodell,
Die Bedürfnisse und Fähigkeiten werden dabei in dreizehn Bereiche gegliedert:
  • 1. kommunizieren
  • 2. sich bewegen
  • 3. vitale Funktionen des Lebens aufrecht erhalten
  • 4. sich pflegen
  • 5. essen und trinken
  • 6. ausscheiden
  • 7. sich kleiden
  • 8. ruhen und schlafen
  • 9. sich beschäftigen
  • 10. sich als Mann oder Frau fühlen und verhalten
  • 11. für eine sichere Umgebung sorgen
  • 12. soziale Bereiche des Lebens sichern
  • 13. mit existenziellen Erfahrungen des Lebens umgehen
dass sich an den Aktivitäten orientiert, die wir fast alle tun, um den Alltag selbständig zu bewältigen.

Die Nutzung und Förderung vorhandener körperlicher und geistiger Fähigkeiten und die Beachtung, der persönlichen Wünsche, Bedürfnisse und Erfahrungen sind die Ziele unseres Handelns. Regelmäßige Lese- und Konzentrationsübungen schulen das Erinnerungs- und Konzentrationsversmögen, unser umfangreiches Gymnastik- und Bewegungsangebot die Motorik und Mobilität der Bewohner. Wir fördern die Selbständigkeit und beachten die individuellen Wünsche beim Essen, der Körperpflege, beim An- und Auskleiden und der Wohnraumgestaltung. So sind für uns beispielsweise das Essen in der Gemeinschaft, die Rücksichtnahme auf Appetit, Geschmacksempfinden und Verträglichkeit selbstverständlich.

Zahlreiche (offene) Veranstaltungen wie jahreszeitliche Feste und Feiern bringen Abwechslung und Spaß in den Alltag der Bewohner. Die Arbeit mit Angehörigen, Lebenspartnern, Freunden, Nachbarn und Bekannten liegt uns am Herzen und erhält die bestehende Beziehungen zum bekannten Umfeld. Ebenso wichtig sind für uns im täglichen Miteinander die Berücksichtigung und der Respekt vor den Erfahrungen, der Weltanschauung, dem Glaube und der Biographie unserer Bewohner.